US-Bundesstaaten · Schweizer Wohnsitz
US State Tax bei Schweizer Wohnsitz
Wer in der Schweiz lebt, kann trotzdem weiterhin einer Einkommensteuer eines US-Bundesstaates unterliegen. State Tax folgt eigenen Regeln zu Residency, Domicile und State-Source Income und muss getrennt von der US Federal Tax und vom DBA Schweiz–USA geprüft werden.
Besonders relevant sind frühere Wohnsitze in Staaten wie Kalifornien oder New York, fortbestehende Wohnungen, regelmässige US-Arbeitstage sowie Bonus- oder Equity-Compensation mit Bezug zu früherer US-Tätigkeit.
Zwei US-Steuerebenen
Federal Tax und State Tax sind getrennte Systeme
Bei einem Schweiz–USA-Fall wird häufig zunächst die US-Bundeseinkommensteuer analysiert: US Citizenship, Green Card, Substantial Presence Test, DBA und Foreign Tax Credit.
Damit ist die US-Steueranalyse aber nicht zwingend abgeschlossen. Einzelne Bundesstaaten haben eigene Regeln darüber, wer als Resident gilt und welche Einkünfte eines Nonresidents aus Quellen des Staates stammen.
Eine Person kann deshalb für Federal-Tax-Zwecke eine bestimmte Treaty-Position haben und trotzdem zusätzlich eine State-Income-Tax-Erklärung abgeben müssen.
Grundsystem
Drei Fragen bestimmen die State-Tax-Position
Wurde das frühere Domicile tatsächlich aufgegeben oder behandelt der Bundesstaat die Person weiterhin als Resident?
Manche Staaten kennen zusätzliche Aufenthalts- und Wohnungsregeln, die unabhängig vom eigentlichen Domicile State Residency begründen können.
Auch ein echter Nonresident kann aufgrund von Arbeit, Immobilien, Unternehmen oder anderer Einkünfte mit Quellenbezug zu einem Staat steuerpflichtig sein.
Doppelbesteuerungsabkommen
Eine Federal Treaty Position gilt nicht automatisch auf State-Ebene
Das DBA Schweiz–USA ist ein Abkommen zwischen der Schweiz und den Vereinigten Staaten auf Bundesebene.
Für State Income Tax ist deshalb jeweils zu prüfen, in welchem Umfang der konkrete Bundesstaat Federal Treaty Positions, Federal Adjusted Gross Income oder besondere Treaty-Ausnahmen übernimmt.
Drei Ebenen können unterschiedliche Ergebnisse haben
Schweizer Steueransässigkeit und Schweizer Welteinkommensbesteuerung.
Federal Residency, DBA Schweiz–USA, Saving Clause und Foreign Tax Credit.
Eigene Residency-, Domicile- und Source-Regeln des jeweiligen Bundesstaates.
State Residency
Der Wegzug in die Schweiz muss auch auf State-Ebene tatsächlich vollzogen werden
Viele Staaten unterscheiden zwischen Domicile und tatsächlichem Aufenthalt.
Domicile bezeichnet vereinfacht den dauerhaften rechtlichen Lebensmittelpunkt einer Person. Ein einmal begründetes Domicile kann fortbestehen, bis ein neues Domicile tatsächlich begründet und das bisherige aufgegeben wird.
Dauerhafte Verlagerung in die Schweiz
Wer dauerhaft in die Schweiz zieht, dort Wohnung, Familie und Lebensmittelpunkt begründet und seine frühere US-Wohnsituation tatsächlich aufgibt, hat deutlich bessere Argumente für die Beendigung einer früheren State Residency.
Haus im früheren Bundesstaat bleibt verfügbar
Bleibt ein früheres Wohnhaus weiterhin jederzeit verfügbar, kann dies die Residency-Analyse erschweren.
Rückkehrabsicht
Ein nur zeitlich begrenzter Aufenthalt in der Schweiz kann dazu führen, dass ein früheres US-Domicile fortbesteht.
Dokumentation
Für einen Wegzug sollte deshalb nicht nur der Schweizer Zuzug dokumentiert werden, sondern auch die tatsächliche Aufgabe der bisherigen State-Verbindungen.
Nonresident Tax
Auch nach beendetem State-Wohnsitz können Einkünfte steuerpflichtig bleiben
State Residency und State-Source Income sind zwei verschiedene Fragen. Selbst wenn eine Person zweifelsfrei in der Schweiz lebt, kann ein Bundesstaat bestimmte Einkünfte eines Nonresidents weiterhin besteuern.
| Einkunftsart | Typische State-Tax-Frage |
|---|---|
| Arbeitslohn | Wurde die Arbeit physisch im betreffenden Bundesstaat ausgeübt oder greift eine besondere Telecommuting-Regel? |
| Bonus | Auf welchen Leistungszeitraum und welche State-Arbeitstage bezieht sich der Bonus? |
| RSUs / Stock Options | Welcher Anteil der Vergütung beruht auf Tätigkeiten, die während des relevanten Zeitraums in diesem Staat ausgeübt wurden? |
| Immobilien | Miete und Verkauf einer im Bundesstaat belegenen Immobilie können State-Source Income sein. |
| Unternehmen | Geschäftstätigkeit, Partnership- oder LLC-Income kann weiterhin State Nexus erzeugen. |
| Zinsen / Dividenden | Bei Nonresidents häufig andere Source-Regeln als bei Arbeits- oder Immobilienerträgen; konkreten Staat prüfen. |
Arbeitslohn
Der physische Arbeitsort bleibt für viele Staaten zentral
Arbeitet eine in der Schweiz wohnhafte Person während einer Geschäftsreise physisch in einem US-Bundesstaat, kann für diese Arbeitstage State-Source Income entstehen.
Schweizer Homeoffice
Wird die Tätigkeit ausschliesslich aus der Schweiz ausgeübt, besteht bei vielen Staaten grundsätzlich kein dort ausgeübter Arbeitstag.
Allerdings gibt es Staaten mit besonderen Regeln für Remote Work und Telecommuting.
US-Geschäftsreisen
Jede tatsächliche Arbeit im früheren oder einem anderen Bundesstaat sollte deshalb separat dokumentiert werden.
Arbeitgeberstandort allein genügt nicht immer
Ob der Arbeitgeber seinen Sitz in Kalifornien, New York oder einem anderen Staat hat, beantwortet die Source-Frage nicht automatisch. Der konkrete Staat und seine besonderen Sourcing-Regeln sind entscheidend.
Beispiel Kalifornien
Kalifornien trennt Residency und California-Source Income
Kalifornien behandelt eine Person grundsätzlich als Resident, wenn sie sich dort nicht nur vorübergehend aufhält oder dort weiterhin domiciled ist und lediglich vorübergehend ausserhalb des Staates lebt.
Ein California Resident wird grundsätzlich auf sein Einkommen unabhängig von der Quelle besteuert. Ein Nonresident dagegen grundsätzlich auf California-Source Income.
Arbeitslohn eines Nonresidents
Für Arbeitnehmer liegt die Quelle in Kalifornien grundsätzlich dort, wo die Dienstleistungen tatsächlich ausgeübt werden. Der Wohnort, der Sitz des Arbeitgebers und der Ort der Lohnauszahlung bestimmen die Quelle nicht.
Schweizer Homeoffice
Wird nach einem echten Wegzug sämtliche Arbeit ausserhalb Kaliforniens ausgeübt, ist der laufende Arbeitslohn grundsätzlich nicht allein wegen eines kalifornischen Arbeitgebers California-Source Income.
Kalifornien weist jedoch ausdrücklich darauf hin, dass deferred compensation und Equity-Based Compensation auch nach dem Wegzug weiterhin einen California-Source-Anteil haben können.
Beispiel New York
New York ist bei Remote Work besonders relevant
New York kennt neben Domicile eine sogenannte statutory residency.
Wer ausserhalb New Yorks domiciled ist, aber dort eine permanente Wohnstätte unterhält und mindestens 184 Tage im Staat verbringt, kann trotzdem als New York Resident gelten.
Convenience of the Employer
Besonders wichtig ist New Yorks besondere Regel für Nonresident Employees.
Liegt das assigned or primary office des Arbeitnehmers in New York, können normale Homeoffice-Arbeitstage ausserhalb New Yorks weiterhin als New-York-Arbeitstage behandelt werden, sofern die Arbeit ausserhalb des Staates lediglich aus persönlicher Convenience erfolgt.
New York erkennt externe Homeoffice-Tage unter anderem dann anders an, wenn das Homeoffice als bona fide employer office qualifiziert.
Schweizer Homeoffice mit New-York-Arbeitgeber
Wer dauerhaft in der Schweiz lebt, aber organisatorisch weiter einem New Yorker Büro zugeordnet ist, sollte deshalb nicht automatisch davon ausgehen, dass sämtliche Schweizer Homeoffice-Tage für New-York-State-Tax-Zwecke ausserhalb New Yorks liegen.
Vergleich
Derselbe Schweizer Arbeitnehmer kann je nach Bundesstaat unterschiedlich behandelt werden
| Frage | Kalifornien | New York |
|---|---|---|
| Früheres Domicile | Tatsächliche Aufgabe der California Residency prüfen. | Tatsächliche Aufgabe des New York Domicile prüfen. |
| Zusätzliche statutory residency | Eigene California-Residency-Regeln. | Permanent Place of Abode plus ausreichende New-York-Tage kann Residency auslösen. |
| Arbeit physisch im Staat | Grundsätzlich California-source compensation. | Grundsätzlich New-York-source compensation. |
| Schweizer Homeoffice | Bei echtem Nonresident grundsätzlich ausserhalb Kaliforniens ausgeübte Tätigkeit. | Convenience Rule kann bestimmte externe Homeoffice-Tage weiterhin New York zurechnen. |
| Equity Compensation nach Wegzug | Frühere California-Arbeitstage können weiter relevant sein. | Frühere New-York-Dienstzeiten und konkrete Sourcing-Regeln prüfen. |
Bonus · RSU · Stock Options
State Tax kann noch Jahre nach dem Umzug relevant werden
Besonders häufig wird State Tax bei mehrjähriger Vergütung übersehen.
Ein Arbeitnehmer kann bereits vollständig in der Schweiz leben, während ein späterer Bonus, ein Vesting oder die Ausübung von Stock Options noch teilweise auf eine frühere Tätigkeit in einem US-Bundesstaat zurückzuführen ist.
Prüfen, für welchen Leistungszeitraum die Zahlung erfolgt und in welchen Staaten während dieses Zeitraums gearbeitet wurde.
Grant-to-Vest-Arbeitstage können sowohl international als auch für State-Sourcing relevant werden.
Frühere State-Service-Perioden können bei späterer Ausübung weiterhin einen State-Source-Anteil erzeugen.
Kalifornien bestätigt ausdrücklich, dass auch ein Nonresident Vergütung aus Employee Stock Options versteuern kann, soweit diese Vergütung auf in Kalifornien erbrachten Leistungen beruht.
Weitere State-Quellen
State Tax betrifft nicht nur Arbeitslohn
Mieteinkünfte und Gewinne aus Immobilien bleiben regelmässig mit dem Belegenheitsstaat verbunden.
Beteiligungen an einem Unternehmen mit Geschäftstätigkeit in einem Staat können dortige Filing- und Tax-Pflichten auslösen.
Für selbständige Dienstleistungen können andere Sourcing-Regeln gelten als für Arbeitnehmer.
Bundesstaat ohne individuelle Einkommensteuer
Nicht jeder frühere US-Wohnsitz erzeugt dieselbe State-Tax-Frage
Einzelne Bundesstaaten erheben keine allgemeine individuelle State Income Tax auf Arbeits- und Kapitaleinkommen.
Deshalb ist die praktische Bedeutung einer früheren State Residency stark davon abhängig, in welchem Staat die Person vor dem Umzug in die Schweiz gelebt und gearbeitet hat.
Trotzdem können selbst in solchen Staaten andere Steuern, Unternehmensabgaben oder Immobiliensteuern relevant bleiben.
Doppelbesteuerung
State Tax und Schweizer Steuer müssen separat koordiniert werden
Wird ein Einkommen sowohl in der Schweiz als auch in einem US-Bundesstaat besteuert, ist zu prüfen, ob und auf welcher Ebene eine Entlastung möglich ist.
Die klassischen DBA-Mechanismen zwischen der Schweiz und den USA lösen State Tax nicht automatisch.
Deshalb sollte nicht vorausgesetzt werden, dass eine State-Income-Tax-Zahlung in der Schweiz oder auf Federal-Ebene in jedem Fall vollständig angerechnet werden kann.
Beispiele
Typische State-Tax-Fälle bei Schweizer Wohnsitz
| Situation | State-Tax-Frage |
|---|---|
| Ehemaliger California Resident zieht dauerhaft nach Zürich und arbeitet vollständig aus der Schweiz | Ende California Residency dokumentieren; spätere California-Arbeitstage und Deferred Compensation separat prüfen. |
| Schweizer Resident arbeitet weiter für New Yorker Arbeitgeber | Primary Office und Convenience-of-the-Employer-Regel prüfen. |
| Schweizer Resident verbringt 40 Arbeitstage pro Jahr in Kalifornien | California-source wages für tatsächliche California-Arbeitstage prüfen. |
| Person behält Apartment in New York und hält sich dort mehr als 183 Tage auf | Mögliche New York statutory residency. |
| RSUs vesten zwei Jahre nach Umzug aus Kalifornien | California-Anteil anhand der früheren Service-Perioden prüfen. |
| US-Immobilie wird nach Umzug in die Schweiz vermietet | State Return im Belegenheitsstaat neben Federal und Schweizer Steuer prüfen. |
Unsere Vorgehensweise
US State Tax bei Schweizer Wohnsitz systematisch prüfen
Wohnsitze, Domicile, Arbeitsorte und frühere State Tax Returns aufnehmen.
Prüfen, ob Domicile tatsächlich aufgegeben wurde oder statutory residency fortbestehen kann.
Arbeitstage, Immobilien, Bonus, Equity Compensation und Unternehmensbeteiligungen analysieren.
Schweizer Steuer, Federal Tax und State Tax gemeinsam in der Doppelbesteuerungsanalyse berücksichtigen.
Typische Unterlagen
- frühere US-Wohnadressen
- Datum des Umzugs in die Schweiz
- letzte State Tax Returns
- US-Führerschein
- US-Wählerregistrierung, soweit vorhanden
- US-Fahrzeugregistrierung
- weiter verfügbare US-Wohnungen
- Aufenthaltskalender
- Arbeitskalender nach Bundesstaat
- Arbeitsvertrag
- Assigned / Primary Office
- Homeoffice-Vereinbarung
- Bonusvereinbarungen
- RSU- und Optionspläne
- Grant- und Vesting-Daten
- US-Immobilien
- US-Unternehmensbeteiligungen
- Federal Tax Returns
- Schweizer Steuererklärungen
- bereits geltend gemachte Tax Credits
Typische Fehler
Was bei US State Tax und Schweizer Wohnsitz häufig falsch eingeschätzt wird
| Fehlannahme | Risiko |
|---|---|
| „Ich bin Schweizer Steuerresident, also kann kein US-Staat mehr besteuern.“ | State Residency und State-Source Income werden übersehen. |
| „Das DBA Schweiz–USA gilt automatisch auch für State Tax.“ | Unterschiede zwischen Federal Treaty und State Law werden nicht geprüft. |
| „Ich bin Federal Nonresident, also bin ich auch State Nonresident.“ | Eigenständige State-Residency-Regeln bleiben unbeachtet. |
| „Ich arbeite aus der Schweiz, also gibt es nie New York Tax.“ | Die Convenience-of-the-Employer-Regel kann relevant sein. |
| „Nach dem Wegzug aus Kalifornien ist jede spätere Vergütung steuerfrei.“ | Deferred Compensation und Equity Compensation mit California-Service-Bezug werden übersehen. |
| „183 Tage ist überall dieselbe Regel.“ | Federal SPT und State statutory residency werden miteinander verwechselt. |
| „Der Sitz meines Arbeitgebers entscheidet immer über State Source.“ | Tatsächlicher Arbeitsort und besondere State-Sourcing-Regeln werden nicht analysiert. |
| „State Tax kann vollständig als Foreign Tax Credit verrechnet werden.“ | Die tatsächliche Entlastungsmechanik wurde nicht geprüft. |
Fachartikel & Situationen
Weiterführende Themen
US-Arbeitgeber bei Schweizer Wohnsitz
Schweizer Steuer, US Federal Tax, Payroll, Sozialversicherung und State Tax im Gesamtfall.
Situation öffnen →Remote Work Schweiz–USA
Steuerliche Zuordnung grenzüberschreitender Remote-Work-Tätigkeit.
Artikel lesen →Arbeitstage Schweiz–USA
Dokumentation und Zuordnung physischer Arbeitstage zwischen beiden Staaten.
Artikel lesen →US RSUs & Stock Options
Vesting, Service Periods, Arbeitstage und internationale Steueraufteilung.
Artikel lesen →Doppelwohnsitz Schweiz–USA
Federal Treaty Residence und ihre Abgrenzung von State Residency.
Situation öffnen →Temporärer USA-Aufenthalt
US-Aufenthaltstage, Federal Residency, Arbeit und State Tax bei Schweizer Wohnsitz.
Situation öffnen →Beratung Schweiz–USA
Sie leben in der Schweiz und haben weiterhin US State Tax?
Wir prüfen frühere State Residency, Domicile, US-Arbeitstage, Remote Work, Bonus und Equity Compensation und koordinieren die State-Tax-Position mit der Schweizer und US-Bundeseinkommensteuer.
State-Tax-Position prüfen