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Fachartikel · Unternehmen & Beteiligungen

US State Tax und Sales Tax für Schweizer Unternehmen

Eine Gesellschaft in Wyoming oder Delaware kann in weiteren US-Bundesstaaten Steuer- und Registrierungspflichten auslösen. Dabei sind State Income und Franchise Tax, Sales Tax und die gesellschaftsrechtliche Registrierung getrennte Prüfungen – mit unterschiedlichen Anknüpfungspunkten und Regeln je Staat.

Ausgangspunkt

Der Gründungsstaat ist nur ein Teil der US-Steuerkarte

Der Sitz einer US LLC oder Corporation in einem Bundesstaat legt nicht abschliessend fest, in welchen Staaten das Unternehmen Abgaben schuldet. Weitere Berührungspunkte können durch Kunden, Warenlager, Mitarbeitende, Büroflächen, Vertreter, digitale Leistungen und Umsätze entstehen. Auch eine Schweizer AG oder GmbH ohne eigene US-Tochter kann State-Tax-Fragen haben.

Ertragsebene

Income und Franchise Tax

Der Staat prüft, ob eine Gesellschaft steuerlich hinreichend mit ihm verbunden ist und welcher Anteil des Gewinns oder welcher andere Bemessungswert zuzuordnen ist.

Umsatzebene

Sales und Use Tax

Bei steuerbaren Verkäufen können Registrierung, Erhebung und Abführung erforderlich werden. Kundensitz, Lieferort und Produktart sind massgeblich.

Gesellschaftsrecht

Foreign Qualification

Eine Tätigkeit ausserhalb des Gründungsstaates kann zusätzlich eine Anmeldung beim Secretary of State oder eine vergleichbare Registrierung verlangen.

Kein einheitlicher «US-Nexus»

Die Frage, ob ein Staat eine Steuererklärung verlangt, wird für jede Steuerart und jeden Staat gesondert beantwortet. Eine Sales-Tax-Registrierung entscheidet weder die Einkommensteuerpflicht noch die gesellschaftsrechtliche Zulassung abschliessend.

State Income und Franchise Tax

Physische Präsenz ist nicht in jedem Staat erforderlich

Viele Staaten erfassen Unternehmen, die vor Ort tätig sind oder wirtschaftlich erhebliche Umsätze aus dem Staat erzielen. Steuerart, Schwellen, Ermittlung von State-Sales und Gewinnaufteilung unterscheiden sich. Ein Mitarbeiter, ein Büro, Warenbestand oder die Tätigkeit eines abhängigen Vertreters kann eine starke physische Anknüpfung schaffen. Daneben kennen einzelne Staaten Economic-Nexus-Regeln für die Ertrag- oder Franchise-Steuer.

New York behandelt unter bestimmten Voraussetzungen auch eine auswärtige Corporation mit hinreichenden Einnahmen aus dem Staat als franchise-tax-pflichtig. Kalifornien hat eigene «doing business»-Regeln und kann auch eine auswärts gegründete LLC erfassen. Das sind Beispiele für unterschiedliche staatliche Tests, keine bundesweite Formel.

FragePraktischer Prüfpunkt
Welcher Rechtsträger?Schweizer Gesellschaft, US Corporation, disregarded LLC oder Partnership können nach State Law unterschiedlich behandelt werden.
Welche Anknüpfung?Warenlager, Personal, Büro, Geschäftsbesuche, Tätigkeit eines Partners und wirtschaftliche Umsätze prüfen.
Welcher Gewinn?State Sourcing und Apportionment können zu einer anderen Bemessungsgrundlage als Federal Tax führen.
Welche weitere Abgabe?Franchise- oder jährliche LLC-Abgaben können andere Grundlagen und Mindestbeträge verwenden.
Welches Jahr?Beginn der Tätigkeit, Registrierungen, Abmeldungen und offene Jahre gesondert bestimmen.

DBA-Betriebsstätte ist keine allgemeine State-Tax-Grenze

Das DBA Schweiz–USA regelt vor allem die vom Abkommen erfassten Steuern. Eine fehlende US-Betriebsstätte nach Art. 5 DBA bedeutet deshalb nicht automatisch, dass ein Bundesstaat keine Income oder Franchise Tax erheben darf. Der staatliche Nexus und eine mögliche bundesrechtliche Beschränkung werden nach eigenem Recht geprüft. Auch auf Bundesebene sind US Trade or Business und DBA-Betriebsstätte getrennte Fragen.

P.L. 86-272 nur eng prüfen

Diese US-Bundesregel kann unter bestimmten Voraussetzungen vor einer State Net Income Tax schützen, wenn die inländische Tätigkeit auf das Einholen von Aufträgen für körperliche Waren beschränkt ist. Sie bietet keine allgemeine Befreiung für Dienstleistungen, Software, Sales Tax oder sämtliche Franchise Taxes; entscheidend ist auch die konkrete Bemessungsgrundlage der staatlichen Abgabe. Staatliche Umsetzung und Internetaktivitäten sind gesondert zu beurteilen.

Sales und Use Tax

Economic Nexus kann auch ohne Büro und Mitarbeiter entstehen

Nach dem Grundsatz der Entscheidung South Dakota v. Wayfair kann ein Staat unter bestimmten Voraussetzungen eine Sales-Tax-Erhebung auch bei Verkäufern ohne physische Präsenz verlangen. Jeder Staat definiert seine eigenen Schwellen und Messzeiträume. Erfasst werden können Umsatz, Anzahl von Transaktionen oder andere staatliche Kriterien; Rechtsstand und Schwellen müssen für den jeweiligen Staat und Zeitraum geprüft werden.

Eine erreichte Umsatzschwelle allein sagt noch nicht, welcher konkrete Verkauf steuerbar ist. Waren, digitale Produkte, SaaS, Downloads und Dienstleistungen werden von den Staaten unterschiedlich behandelt. Ausserdem sind Lieferort, Customer Location, Befreiungsnachweise und lokale Zuschläge zu prüfen.

Physical Nexus

Lager und Personal

Eigene oder genutzte Bestände in einem US-Staat, Mitarbeiter oder Einrichtungen können bereits vor Erreichen eines Economic-Nexus-Schwellenwerts relevant sein.

Economic Nexus

Absatz im Zielstaat

Auch rein aus der Schweiz abgewickelte Verkäufe können bei ausreichender wirtschaftlicher Verbindung zur Registrierung führen.

Keine pauschale 100.000-Dollar-Regel

Schwellen und relevante Verkäufe variieren je Staat und ändern sich. Zahlen aus einem anderen Staat oder aus einem älteren Blogbeitrag dürfen nicht auf das konkrete Verkaufsgebiet übertragen werden.

Amazon, Plattform und eigener Shop

Marketplace Facilitator und eigener Verkaufskanal getrennt erfassen

Viele Staaten verpflichten bestimmte Marketplace Facilitators, Sales Tax auf über die Plattform abgewickelte steuerbare Verkäufe selbst zu erheben und abzuführen. Das entlastet den Händler unter den jeweiligen staatlichen Voraussetzungen für diese Verkäufe. Es beseitigt aber nicht zwingend andere Registrierungs-, Berichts- oder Ertragsteuerpflichten.

VertriebTypische State-Tax-Fragen
Amazon MarketplaceWer ist Facilitator? Wo liegt FBA-Warenbestand? Zählen Plattformumsätze für die jeweilige Schwelle? Bestehen eigene Erklärungspflichten?
Eigener Shopify-ShopEigene Verkäufe je Kundenstaat erfassen; verwendete Software oder Zahlungsabwicklung übernimmt nicht allein dadurch die Steuerpflicht.
Beide KanälePlattform- und Direktverkäufe getrennt dokumentieren; je Staat prüfen, welche Umsätze in die Schwelle eingehen.
Digitale PlattformRolle der Plattform und Steuerbarkeit von SaaS, digitalem Inhalt oder Dienstleistungen nach dem jeweiligen Staat prüfen.

Kalifornien und New York zeigen, wie unterschiedlich Marketplace-Regeln ausgestaltet sind. Ein in einem Staat vom Facilitator abgeführter Betrag ist daher kein Nachweis, dass alle übrigen US-Staaten und Verkaufskanäle erledigt sind.

Typische Schweizer Fälle

Drei Geschäftsmodelle, drei unterschiedliche Prüfungen

01 · Waren

Schweizer GmbH verkauft über US-FBA

FBA-Lagerorte, Marketplace-Einbehalt, Direktumsätze und State Income/Franchise Tax je Staat bestimmen. Warenbestand kann eine eigenständige Anknüpfung schaffen.

02 · Software

US LLC verkauft SaaS aus der Schweiz

Entity Classification, State-Economic-Nexus, Steuerbarkeit von SaaS und Ort der Geschäftsleitung trennen. Wyoming als Gründungsstaat löst die Frage anderer Staaten nicht.

03 · Dienstleistungen

Schweizer Beratung mit US-Kunden

Reise- und Tätigkeitsorte, Mitarbeiter und Art der Leistung prüfen. Nicht jede Dienstleistung ist sales-tax-pflichtig; die Beurteilung ist staatsspezifisch.

Bei einer US Partnership oder transparenten LLC können zudem Pflichten auf Ebene einzelner Partner entstehen. Für die Schweizer Steuererklärung und eine allfällige Anrechnung von US-Steuern ist die Einordnung der konkreten State Tax gesondert zu analysieren.

Compliance

So lässt sich die State-Tax-Prüfung aufsetzen

Staaten erfassen

Gründungsstaat, Kundenstaaten, Lager, Mitarbeitende, Büros und Geschäftsreisen dokumentieren.

Steuern trennen

Income/Franchise Tax, Sales Tax und Foreign Qualification pro Staat separat beurteilen.

Umsätze zuordnen

Produktart, Lieferort, Marktplatz und Direktkanal sowie Prüfzeitraum aus den Systemdaten auswerten.

Pflichten umsetzen

Registrierungen, laufende Returns, Steuereinzug, Dokumentation und spätere Abmeldungen koordinieren.

Häufige Fehlannahmen

AnnahmeRichtige Prüfung
«Unsere LLC ist in Wyoming; nur Wyoming zählt.»Weitere Staaten können durch Umsätze, Personal oder Lager betroffen sein.
«Kein US-Büro, also keine Sales Tax.»Economic Nexus kann ohne physische Präsenz entstehen.
«Amazon führt alles ab.»Marketplace-Pflicht, Direktverkäufe und andere Steuerarten getrennt prüfen.
«Das DBA schliesst jede State Tax aus.»Abkommensschutz und staatliches Steuerrecht sind nicht deckungsgleich.
«Sales-Tax-Schwelle erreicht, also jeder Umsatz steuerbar.»Registrierung, Taxability und Sourcing sind separate Prüfungen.

Aktuelle staatliche Regeln: California Franchise Tax Board, California CDTFA, New York Sales Tax Nexus und New York Corporate Nexus. Diese Beispiele ersetzen keine Prüfung der jeweils betroffenen Staaten.

Steuerberatung Schweiz–USA

US-Verkäufe und State-Tax-Pflichten prüfen

Wir erfassen die tatsächlichen Anknüpfungen, trennen State Income/Franchise Tax und Sales Tax und koordinieren Registrierungen und laufende Compliance mit der Schweizer Steuerstruktur.

Erstgespräch vereinbaren

Stand: September 2026. Diese Informationen dienen der allgemeinen Orientierung. Staatliche Schwellen, Steuerbarkeit, Ausnahmen, Meldepflichten und Registrierungswege können sich ändern und müssen für jeden relevanten US-Bundesstaat und Zeitraum geprüft werden.