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Schweiz–USA-Steuerberatung

PFIC und Schweizer Fonds

US-Steuerberatung für Schweizer Fonds und ETFs

Viele Schweizer und andere nicht US-amerikanische Fonds können für US-Steuerpflichtige als Passive Foreign Investment Companies gelten. Die PFIC-Regeln können jährliche Form-8621-Pflichten, komplexe Berechnungen und eine ungünstige Besteuerung bei Ausschüttung oder Verkauf auslösen.

Passive Foreign Investment Company

Warum Schweizer Fonds für US-Personen problematisch sein können

Ein nicht US-amerikanischer Fonds ist aus US-Sicht häufig keine gewöhnliche Kapitalanlage, sondern eine ausländische Kapitalgesellschaft. Erfüllt diese Gesellschaft den PFIC Income Test oder Asset Test, können US-Anleger den besonderen Regeln der Sections 1291 bis 1298 unterliegen.

Betroffen sind nicht nur klassische Anlagefonds. Auch ETFs, Dachfonds, bestimmte strukturierte Anlagen, Investmentgesellschaften und indirekte Beteiligungen können eine PFIC-Prüfung erfordern.

Die Schweizer Steuererklärung behandelt Ausschüttungen und Kapitalgewinne nach Schweizer Recht. Die US-Erklärung kann dagegen laufende fiktive Erträge, Mark-to-Market-Gewinne oder eine rückwirkend verteilte Excess Distribution erfassen. Deshalb müssen beide Systeme getrennt berechnet und anschliessend abgestimmt werden.

Leistungsumfang

Unsere Leistungen für PFIC-Investments

Wir prüfen Wertschriftenpositionen, bestimmen den PFIC-Status und berechnen die steuerlichen Folgen nach der anwendbaren Methode.

01

Portfolio-Screening

Prüfung Schweizer und weiterer ausländischer Anlagen auf möglichen PFIC-Status.

  • Fonds und ETFs
  • Dachfonds
  • Investmentgesellschaften
  • Strukturierte Produkte
02

Form 8621

Erstellung der jährlichen Informations- und Steuerberechnung für direkte und indirekte PFIC-Beteiligungen.

  • Annual Information Return
  • Ausschüttungen
  • Verkäufe und Dispositionen
  • Wahlen und Basisfortschreibung
03

Section 1291

Berechnung der Default-Methode für Excess Distributions und Veräusserungsgewinne.

  • Holding-Period Allocation
  • Ordinary-Income-Behandlung
  • Höchstsatzberechnung
  • Interest Charge
04

QEF Election

Prüfung und Umsetzung einer Qualified-Electing-Fund-Wahl bei ausreichender Fondsinformation.

  • PFIC Annual Information Statement
  • Ordinary Earnings
  • Net Capital Gain
  • Basisanpassungen
05

Mark-to-Market

Prüfung der Section-1296-Wahl für marktfähige PFIC-Anteile.

  • Marketable Stock
  • Jährliche Fair-Value-Bewertung
  • Ordentliche Erträge
  • Begrenzte Verlustnutzung
06

Übergangswahlen

Analyse möglicher Purging Elections oder Übergänge aus der Default-Methode.

  • Deemed Sale
  • Deemed Dividend
  • Unpedigreed QEF
  • Form 8621-A
07

Verkaufsplanung

Berechnung der US- und Schweizer Folgen vor Verkauf, Umtausch oder Depotübertrag.

  • Teilverkauf
  • Fondstausch
  • Einbringung und Übertrag
  • Währungs- und Basisfragen
08

Nachdeklaration

Prüfung fehlender Formulare und früherer, nicht berücksichtigter PFIC-Positionen.

  • Amended Returns
  • Streamlined Procedures
  • Reasonable Cause
  • Historische Depotdaten
09

Investmentstruktur

Steuerliche Vorprüfung künftiger Anlagen für US-Personen mit Wohnsitz in der Schweiz.

  • US-domiciled ETFs
  • Direktanlagen
  • Mandats- und Versicherungsprodukte
  • Schweizer Steuerfolgen

Drei zentrale Besteuerungsregime

Default, QEF oder Mark-to-Market

A

Section 1291 Fund

Ohne wirksame QEF- oder Mark-to-Market-Wahl gilt grundsätzlich die Default-Methode.

  • Gewinn beim Verkauf vollständig als Excess Distribution
  • Verteilung auf die Haltedauer
  • Besteuerung früherer Jahre zum jeweiligen Höchstsatz
  • Zusätzliche Zinsbelastung
  • Komplexe Berechnung bei langjähriger Haltedauer
B

QEF Election

Bei einer wirksamen Wahl werden die anteiligen laufenden Erträge des Fonds jährlich erfasst.

  • Ordinary Earnings als laufendes Einkommen
  • Net Capital Gain als langfristiger Kapitalgewinn
  • Basis wird um versteuerte Beträge erhöht
  • Qualifiziertes Annual Information Statement erforderlich
  • In der Praxis bei Schweizer Publikumsfonds oft nicht verfügbar
C

Mark-to-Market Election

Bei qualifizierten börsengehandelten Anteilen kann der jährliche Marktwertzuwachs besteuert werden.

  • Unrealisierter Jahresgewinn als ordinary income
  • Verlust nur im Umfang früherer MTM-Gewinne
  • Jährliche Basisanpassung
  • Wahl grundsätzlich fristgebunden
  • Übergang aus früheren PFIC-Jahren kann Section 1291 auslösen

Typische Schweizer Anlagen

Welche Produkte sollten geprüft werden?

Die Bezeichnung im Schweizer Depot oder Steuerverzeichnis ist nicht entscheidend. Massgeblich ist die rechtliche und wirtschaftliche Struktur des Emittenten beziehungsweise Fonds.

Häufig PFIC-verdächtig

Fondsbasierte Produkte

  • Schweizer Anlagefonds
  • Luxemburger und irische UCITS-Fonds
  • Nicht US-amerikanische ETFs
  • Dachfonds und Funds of Funds
  • Bestimmte Geldmarkt- und Immobilienfonds
  • Investmentgesellschaften mit überwiegend passiven Erträgen oder Vermögenswerten
Nicht automatisch PFIC

Andere Wertschriften

  • Direkt gehaltene Aktien operativer Gesellschaften
  • Obligationen und klassische Forderungspapiere
  • Direkt gehaltene Immobilien
  • US-domiciled Mutual Funds und ETFs
  • Einzelaktien im Schweizer Wertschriftenverzeichnis
  • Produkte, die nach ihrer konkreten Struktur anders einzuordnen sind

Planung vor der Transaktion

Der Zeitpunkt der Entscheidung ist entscheidend

PFIC-Wahlen sind regelmässig frist- und informationsabhängig

Eine QEF-Wahl benötigt grundsätzlich geeignete Informationen des Fonds. Eine Mark-to-Market-Wahl setzt qualifizierte marktfähige Anteile voraus und muss rechtzeitig mit der Steuererklärung erfolgen. Wird erst nach mehreren Jahren reagiert, können für den Übergang zusätzliche Section-1291-Steuern entstehen.

  • PFIC-Status vor Erwerb prüfen
  • Verfügbarkeit eines Annual Information Statement klären
  • Marktfähigkeit und Börsenqualifikation dokumentieren
  • Wahl im ersten relevanten Jahr beurteilen
  • Verkauf nicht ohne historische PFIC-Berechnung durchführen
  • Schweizer Kapitalgewinn- und Einkommenssteuer parallel prüfen

Typische Problemfälle

Warum PFIC-Berechnungen schnell komplex werden

Mehrjährige Depot- und Steuerhistorie

  • Der Fonds wurde vor Beginn der US-Steuerpflicht erworben
  • Mehrere Käufe und Teilverkäufe zu unterschiedlichen Zeitpunkten
  • Ausschüttungen wurden reinvestiert
  • Fondsfusionen, Splits oder Anteilsklassentausch
  • Fehlende historische Höchst-, Kurs- oder Ausschüttungsdaten
  • Mark-to-Market-Wahl erst nach mehreren PFIC-Jahren
  • Indirekter Besitz über Gesellschaften, Trusts oder andere Fonds
  • Gleichzeitige CFC- und PFIC-Fragen

Zusammenarbeit

So läuft eine PFIC-Prüfung ab

Schritt 1

Depotaufnahme

Wir erfassen ISIN, Emittent, Domizil, Kaufdaten, Stückzahlen, Ausschüttungen und Verkäufe.

Schritt 2

Klassifikation

Jede relevante Position wird auf PFIC-Status, indirekten Besitz und mögliche Ausnahmen geprüft.

Schritt 3

Methodenwahl

Section 1291, QEF und Mark-to-Market werden nach Verfügbarkeit und steuerlicher Wirkung beurteilt.

Schritt 4

Form 8621

Berechnung, Basisfortschreibung und Formulare werden mit der US- und Schweizer Erklärung abgestimmt.

Häufige Fragen

PFIC und Schweizer Fonds

Sind alle Schweizer Fonds automatisch PFICs?
Nicht automatisch. Viele Schweizer und andere nicht US-amerikanische Fonds erfüllen jedoch aufgrund ihrer passiven Erträge oder Vermögenswerte die PFIC-Tests. Die konkrete rechtliche Struktur und die Finanzdaten des Emittenten müssen geprüft werden.
Muss für jeden Fonds ein eigenes Form 8621 eingereicht werden?
Grundsätzlich wird Form 8621 für jede einzelne PFIC gesondert geprüft und gegebenenfalls eingereicht. Bei mehreren Fonds kann der jährliche Compliance-Aufwand daher erheblich steigen.
Ist Mark-to-Market immer die beste Lösung?
Nein. Die Wahl steht nur für qualifizierte marktfähige Anteile zur Verfügung und führt zu jährlicher Besteuerung unrealisierter Gewinne als ordinary income. Zudem kann der Übergang aus früheren Section-1291-Jahren zusätzliche Steuer auslösen.
Warum ist eine QEF-Wahl bei Schweizer Publikumsfonds oft schwierig?
Für eine wirksame QEF-Wahl benötigt der Anleger grundsätzlich ein PFIC Annual Information Statement mit den erforderlichen US-Steuerinformationen. Viele Schweizer oder europäische Publikumsfonds stellen diese Informationen nicht bereit.
Kann ein privater steuerfreier Kapitalgewinn in der Schweiz in den USA steuerpflichtig sein?
Ja. Die schweizerische Steuerfreiheit privater Kapitalgewinne bindet die USA nicht. Bei einem Section-1291-Fund kann der Verkaufsgewinn als Excess Distribution behandelt und mit einer zusätzlichen Zinskomponente belastet werden.
Was soll ich vor einem Umzug in die USA mit meinen Schweizer Fonds tun?
Vor Beginn der US-Steuerpflicht sollten alle Fondspositionen identifiziert und die Folgen von Verkauf, Beibehaltung oder Austausch modelliert werden. Eine Transaktion vor oder nach dem Zuzug kann in beiden Staaten sehr unterschiedliche Folgen haben.

Kontakt

Besprechen wir Ihre Schweizer Fonds vor der nächsten Transaktion.

Im Erstgespräch klären wir US-Status, Depotpositionen, Kaufzeitpunkte, bisherige Formulare, geplante Verkäufe und die verfügbaren PFIC-Wahlmöglichkeiten.